Kretschmann in Hechingen von „Gegenwind“-Demo empfangen – Südwestpresse – Hohenzollerische Zeitung

Von Mitgliedern der Bürgerinitiative „GegenWind Hohenzollern“ in gelben Warnwesten und mit Protestplakaten wurde Winfried Kretschmann am Freitagabend vor der Hechinger Stadthalle empfangen. Nur kurz beachtete der baden-württembergische Ministerpräsident die kleine Demo gegen den geplanten Windpark zwischen Rangendingen, Grosselfingen und Haigerloch, marschierte dann aber gleich weiter in den Europasaal, flankiert von den beiden Bundestagskandidaten der Grünen in den Wahlkreisen Tübingen-Hechingen und Zollernalb-Sigmaringen, Chris Kühn und Erwin Feucht.

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Grosselfingen – Kretschmann nimmt sich kurz Zeit für die Windkraft-Kritiker – Von Schwarzwälder-Bote 10.09.2017 – 16:25 Uhr

Grosselfingen/Rangendingen/Haigerloch. Im Rahmen einer Wahlkampfveranstaltung in der Stadthalle Hechingen traf Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Freitag auf Vertreter der Bürgerinitiative „Gegenwind Hohenzollern“. Die Bürgerinitiative gegen einen Windradpark im Waldgebiet „Hohwacht“ machte dabei ihre Standpunkte durch Plakate deutlich und setzte einen weiteren Akzent im Rahmen der Planungen im Drei-Kommunen-Eck zwischen Haigerloch, Rangendingen und Grosselfingen.

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»Koste es, was es wolle« – Leserbrief im GEA v. 24.06.2017

In unserer aus sechs Teilorten bestehen­den Gemeinde Pfronstetten, gelegen an der B 312 zwischen Engstingen und Zwie­falten, sollen auf Betreiben der grün domi­nierten Landesregierung bis zu 30 Wind­kraftanlagen (WKA) mit einer Höhe von etwa 240 m erstellt werden (Frnsehturm 217 m). Für eine WKA muss mit Zuleitun­gen ein Hektar Wald gerodet werden.

Der Geopark Schwäbische Alb stellt insgesamt ein Dichtezentrum des Rotmi­lans dar. Durch die circa 70 m langen drei Rotorflügel der WKA bzw. durch deren Luftverwirbelungen werden nachweis­lich viele Greif- und andere Vögel sowie Tausende Fledermäuse getötet.

Durch diese verheerende Politik (Windkraft und Energie aus Biomasse) sind bei uns bereits 26 der bekanntesten Singvogelarten dezimiert, weil sie u. a. zu wenig Nahrung finden. Hätte ein Kern­kraftwerk so viel Natur zerstört, wie es die Wind- und Bioenergie macht, wäre es schon längst stillgelegt worden. Früher war die Windschutzscheibe nach einer Autofahrt voller Insekten. Heute finden sich nur noch wenige darauf, wie man selbst feststellen kann.

Minister Untersteller und Ministerprä­sident Kretschmann betreiben eine nach­haltige Umweltzerstörung in unserem windärmsten Bundesland (beide wan­dern angeblich gern). Die politischen Grü­nen haben sich die Energiewende zum Programm gemacht, koste es, was es wol­le. Sie waren in Wirklichkeit in Deutsch­land noch nie eine Naturschutzpartei, sondern eine antikapitalistische Partei, die sich gegen die Kernkraft und die Arbeitsplätze schaffende Industrie enga­giert. Die Menschen und auch Flora und Fauna sind ihnen egal, wenn es um die Durchsetzung ihrer Ideologie bzw. ihrer Interessen geht.

Da der Wind oft nicht weht, ist der Windstrom eine höchst unzuverlässige Quelle. Wir brauchen aber Grundlast­strom (Strom immer in der gerade benö­tigten Menge verfügbar).

Schon jetzt stehen weit über 1 200 WKA in Wäldern (Fläche von über 2 400 rn). Der Wald ist als größter Wasserspeicher der Erde eine globale Kli­mamaschine, er speichert und filtert pro Quadratmeter bis zu 200 Liter Wasser. Das Verhältnis der C02-Reduktion zwischen einer WKA und einem Hektar Hochwald fällt für die WKA außerdem negativ aus.

Der weltweite Ausstoß von C02 ist lediglich zu 5 Prozent von der Menschheit verursacht, die restlichen 95 Prozent sind natürlichen Ursprungs. Wir sind an die­sen 5 Prozent (5 Prozent = 100 Prozent) mit 2,4 Prozent beteiligt, d. h. dass Deutschland am vom Menschen verur­sachten Ausstoß an C02 mit lediglich 0,12 Prozent beteiligt ist. Die C02 .Emissionen haben sich in Deutschland bisher trotz aller .WKA und Biogasanlagen nicht ver­ändert, sie werden aber mit Sicherheit zunehmen, je mehr Wald dafür gerodet wird, dafür sorgt auch der Emissionshan­del.

An den geplanten Stromtrassen von Nord nach Süd hat die Windkraftindustrie keinerlei Interesse, denn für sie sind die WKA in Baden-Württemberg Lizenzen zum Geld drucken. Wir Verbraucher zah­len dieses Jahr über die EEG-Umlage 25 Milliarden Euro an die WKA-Betreiber mit steigender Tendenz (2003 waren es erst 500 Millionen Euro). Auch deshalb müs­sen diese Industrie und ihre grünen Helfer bei der Bundestagswahl am 24. Septem­ber gestoppt werden.

Die Rotorblätter als Schlüsselkompo­nenten der WKA bestehen hauptsächlich aus glas- bzw. kohlefaserverstärkten Kunststoffen (GFK, CFK). Sie sind Son­dermüll und müssen 2021 nach 20 Jahren Laufzeit abgebaut werden. Etwa 155 000 Tonnen fallen dabei an. Jedes Jahr kom­men noch circa 41 000 Tonnen hinzu. Die Frage der Lagerung dieses Giftmülls ist bis heute ebenso wenig geklärt wie die Lage­rung des Atommülls.

Die vorhandenen Anlagen für Recy­cling durch Pyrolyse reichen für eine kont­rollierte Rückgewinnung der Kohlefasern der etwa 9 bis 11 Tonnen schweren Blätter nicht aus. Die Fasern sind der Wirkung von Asbest gleich zu setzen. Nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisa­tion steht CFK unter dem Verdacht, Krebs zu erregen; ein gefährliches Problem.

Die Gefahrenquelle Infraschall durch WKA (unhörbarer Schall unterhalb der menschlichen Hörschwelle) für die menschliche Gesundheit wurde lange nicht beachtet. Moderne Untersuchun­gen, neue Forschungsansätze und Einzel­berichte von Ärzten führten zu einer anderen Bewertung des Themas Infra­schall. Es gibt keinen Schutz dagegen und er wird in Innenräumen zum Teil noch verstärkt. Die Gesundheitsgefährdung geht von Tinnitus über Schlafstörungen bis hin zu Herzrhythmusstörungen. Betroffene mussten wegen schwerer Gesundheitsschäden, verursacht durch Infraschall, nachweislich bereits den Wohnort wechseln.

Wenn die Politik jetzt nicht gegen­steuert und ihre Fehler einsieht, wird auf ihrem derzeitigen Kurs der naturzerstö­rende und spätere wirtschaftliche Nieder­gang in ein Desaster führen. Es droht der Verlust der Wettbewerbsfähigkeit und vie­ler Arbeitsplätze

Dietmar Clapier, Pfronstetten, Bür­gerinitiative »Gegenwind Pfronstetten«