„Das ist eine Beleidigung für viele engagierte Bürger“ – Leserbrief

Zum vorläufigen Stopp der Planungen für einen Windpark bei Kettenacker (die SZ berichtete am vergangenen Frei­tag) erreichte uns ein Leserbrief:

Von Anfang an verfolge ich aus der Ferne die argumentativen Klimmzüge des Gammertinger Bürgermeis­ters, in meiner alten Heimat Ketten­acker einen Windpark knapp hinter der Ortsgrenze zu errichten. Ich freue mich sehr für die Kettenacke­rer, dass dieser Kelch hoffentlich dauerhaft an ihnen vorübergegangen ist. Bei uns im Hunsrück ist dies lei­der nicht geschehen mit entspre­chend negativen Auswirkungen be­züglich Lärm durch Windkraftanla­gen für die betroffenen Anwohner. Von der Verschandelung der Umwelt ganz abgesehen.

Die in der „Schwäbischen Zei­tung“ abgedruckte Aussage von Herrn Bürgermeister Jerg konnte ich aber doch nicht ohne einen Kom­mentar meinerseits stehen lassen. Ein beleidigter Bürgermeister, dem man seine Sandkastenförmchen weggenommen hat, bringt mit erho­benem Zeigefinger eine Warnung an die „Sektkorken knallenden Ketten­ackerer“ in die Öffentlichkeit, nach­dem er seinen Willen nicht bekom­men hat.

Herr Jerg, ein solches Verhalten ist des Amts eines Bürgermeisters nicht würdig und ist zudem eine Be­leidigung für viele engagierte Bür­ger! Es zeigt deutlich Ihren verletzten Stolz und Ihre Verärgerung, weil Sie Ihr persönliches Projekt gegen die kleine Kettenackerer Bevölke­rung nicht durchsetzen konnten. Im gleichen Zug dann noch die Ketten­ackerer darauf hinzuweisen, mehr bürgerschaftliches Engagement zu zeigen, ist schlichtweg unverschämt. Definitiv trägt Ihre Aussage aber nicht dazu bei, zukünftig wieder ver­trauensvoll als Stadtoberer mit den von Ihnen angesprochenen Bürgern zusammenzuarbeiten.

Ich bin stolz auf das Engagement der Kettenackerer, welches nötig war, um zu ihrem Recht zu kommen. Gerd Hanner, Boppard-Buchholz

»Die positiven Klimaeffekte aus dem Land sind eine Fabel« Leserbrief im GEA v. 22.07.2017

Zu den Briefen »Koste es, was es wolle«, 24. 6., und »Schon Don Quichotte kämpfte gegen Windmühlen«, 1.7.

 

Dietmar Clapier, Pfronstetten, Mitglied

der Bürgerinitiative »Gegenwind Pfron­stetten«

Anmerkung der Redaktion:

Da sich ein Rechenfehler in den Leserbrief eingeschlichen hat, wurde ich gebeten, diesen vorerst wieder rauszunehmen.

Rolf „Muck“ Mayer

Leserbrief an den GEA vom 08. Oktober 2016 von Helene Grabert, Engstingen

Zum Leserbrief vom 24.09. von Reiner Pfost:  Lasst die Räder auf den Bergen und die Vögel ziehen

Wo bleibt die Liebe zur Heimat?

Bei dieser Aussage vermisse ich die Achtung und Liebe für die Heimat. Tiere und Wald können sich nicht wehren. Gegen Propellerspitzen, die sich mit mehreren Hundert Km/h bewegen, haben Vögel keine Chance. Unser Kleinod Schloss Lichtenstein wird despektierlich als „alter Steinhaufen“ bezeichnet, der der Energiewende nicht im Weg stehen soll. Tausende Menschen aus In- und Ausland stehen staunend davor und beneiden uns. Insbesondere ausländische Gäste halten so eine Standortwahl für völlig absurd.

Der Ausdruck „Neinsagergesellschaft“ für Kritiker eines ungeeigneten Standorts ist leichtfertig. Vielleicht sollten wir viel mehr und viel früher „Nein“ sagen bei Dingen, die wir für verderblich halten.

Auf der Alb müssen wir uns nicht sagen lassen, wir seien bei regenerativen Energien nicht solidarisch. In Engstingen gibt es 4 Biogasanlagen und 2 riesige Photovoltaikfelder . Tübingen holt sich den Strom von der Engstinger- Haid, Windräder auf dem Österberg oder dem Kressbach sucht man aber vergebens. Sich Grüne nennen, aber die Last anderswo abladen, so sieht es doch aus. Und die, die dem blinden Fortschritt nachlaufen, klatschen Beifall.

Gott hat die Welt erschaffen. Hoffentlich gibt er den Verantwortlichen auch die Weisheit, sich richtig zu entscheiden.

Helene Grabert, Engstingen