Protestler fordern größeren Abstand zu Windrädern – Schwäbische Zeitung v. 18.09.2017

Hervorgehoben

Zahlreiche Menschen aus dem südlichen Baden-Württemberg veranstalten Kundgebung in Sigmaringen

Sigmaringen sz Trotz heftiger Schauer sind am Samstagnachmittag mehrere Hundert Menschen auf dem Sigmaringer Rathausplatz zusammengekommen. Die meisten waren Mitglieder von Bürgerinitiativen aus dem südlichen Baden-Württemberg, die gegen Windräder in Dorfnähe demonstrierten. Aber auch relativ viele Interessierte aus Sigmaringen und Umgebung waren dabei. Die Polizei schätzt die Anzahl der Teilnehmer auf 250, der Veranstalter geht von mindestens 450 aus. Nach der Kundgebung, bei der mehrere Redner auftraten, setzte sich ein Fußmarsch nach Laiz in Bewegung. Die Strecke vom Sigmaringer Marktplatz bis zum Haus des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann und zurück beträgt 2300 Meter und sollte den Abstand verdeutlichen, den sich die Protestler zwischen Windrädern und Bebauung wünschen. Es ist die zehnfache Höhe der neuesten Schwachwindanlagen (10-H-Regelung). Doch die Demonstranten mussten ihren Marsch am Ende des Schaukelpfades kurz vor Laiz beenden. Als Begründung hieß es, das geschehe in Absprache mit dem Landratsamt.

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Windkraft: Gericht stoppt vorerst Bau

Bad Saulgau sz Die Firma Uhl Windkraft aus Ellwangen darf nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Sigmaringen ihre geplanten drei Windkrafträder auf dem Schellenberg bei Steinbronnen vorerst nicht bauen. Das Verwaltungsgericht hatte am 7. September dem Eilantrag eines Anwohners stattgegeben. Das Landratsamt Sigmaringen als zuständige Genehmigungsbehörde, die Firma Uhl sowie der Verein Zukunft Natur, dessen Mitglieder den Bau der Windkraftanlagen verhindern wollen, warten nun auf die Begründung des Gerichts.

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„Das ist eine Beleidigung für viele engagierte Bürger“ – Leserbrief

Zum vorläufigen Stopp der Planungen für einen Windpark bei Kettenacker (die SZ berichtete am vergangenen Frei­tag) erreichte uns ein Leserbrief:

Von Anfang an verfolge ich aus der Ferne die argumentativen Klimmzüge des Gammertinger Bürgermeis­ters, in meiner alten Heimat Ketten­acker einen Windpark knapp hinter der Ortsgrenze zu errichten. Ich freue mich sehr für die Kettenacke­rer, dass dieser Kelch hoffentlich dauerhaft an ihnen vorübergegangen ist. Bei uns im Hunsrück ist dies lei­der nicht geschehen mit entspre­chend negativen Auswirkungen be­züglich Lärm durch Windkraftanla­gen für die betroffenen Anwohner. Von der Verschandelung der Umwelt ganz abgesehen.

Die in der „Schwäbischen Zei­tung“ abgedruckte Aussage von Herrn Bürgermeister Jerg konnte ich aber doch nicht ohne einen Kom­mentar meinerseits stehen lassen. Ein beleidigter Bürgermeister, dem man seine Sandkastenförmchen weggenommen hat, bringt mit erho­benem Zeigefinger eine Warnung an die „Sektkorken knallenden Ketten­ackerer“ in die Öffentlichkeit, nach­dem er seinen Willen nicht bekom­men hat.

Herr Jerg, ein solches Verhalten ist des Amts eines Bürgermeisters nicht würdig und ist zudem eine Be­leidigung für viele engagierte Bür­ger! Es zeigt deutlich Ihren verletzten Stolz und Ihre Verärgerung, weil Sie Ihr persönliches Projekt gegen die kleine Kettenackerer Bevölke­rung nicht durchsetzen konnten. Im gleichen Zug dann noch die Ketten­ackerer darauf hinzuweisen, mehr bürgerschaftliches Engagement zu zeigen, ist schlichtweg unverschämt. Definitiv trägt Ihre Aussage aber nicht dazu bei, zukünftig wieder ver­trauensvoll als Stadtoberer mit den von Ihnen angesprochenen Bürgern zusammenzuarbeiten.

Ich bin stolz auf das Engagement der Kettenackerer, welches nötig war, um zu ihrem Recht zu kommen. Gerd Hanner, Boppard-Buchholz