Günther Bentele liest auf Schloss Lichtenstein am 09.10.2016

Gut aufgelegter Autor vor freundlichem Publikum

 

Günther Bentele liest auf Schloss Lichtenstein

 

Einen gut gelaunten, schlagfertigen und souveränen Günther Bentele erlebten die Zuhörer im voll besetzten Standesamtssaal des Gerobaus auf Schloss Lichtenstein am vergangenen Sonntag.

Der pensionierte Studiendirektor aus Bietigheim erwarb sich Renommee durch sein Engagement für die Erhaltung der Altstadt von Bietigheim sowie als Sachautor von Werken zur Regionalgeschichte, und Landeskunde. Einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden ist er durch Jugendbücher und historische Kriminalromane. Zur Lesung eingeladen hatten Schloss Lichtenstein und die örtliche Interessengemeinschaft Natur-, Arten- und Denkmalschutz „Rettet den Lichtenstein“.

 

Der Kriminalroman „Albspargel“ spielt in Tigerfeld auf der Zwiefalter Alb, ein Ort, den der Autor aus seiner Kindheit gut kennt. Die dichterische Handlung erzählt von realen Orten und Personen, die zwar fiktiv sind, bei denen man aber nicht überrascht wäre, wenn sie um die nächste Ecke kämen. Der Roman zeigt die Verwerfungen, die gemeinhin mit der Diskussion um die Errichtung von Windkraftanlagen verbunden sind: Das ehrliche Bemühen um wirtschaftliche Entwicklung, die Aussicht auf Gewinn, Verflechtungen und Risse in der Dorfgemeinschaft und die hilflosen Versuche der Objektivierung von Nutzen und Schaden. Und die heimlichen Gedanken der Hauptfigur der Erzählung, eines mit der Ermittlung der Windsituation beauftragten Wissenschaftlers, die Windräder als Strafe für früher erlittenes Unrecht über das Dorf zu bringen.

 

Der herzliche Beifall der Zuhörer galt im gleichen Maß dem Autor, dessen Buch die akribische Vorbereitung erkennen lässt, und dem Mann, der die Schätze und Werte der Heimat beschreibt

Auf den Lichtenstein, erklärte der Autor, sei er gerne und neugierig gekommen. Schon als Kind, bei der Fahrt mit der Zahnradbahn, sei ihm der Lichtenstein als Landmarke und selbstverständlicher Bestandteil der Heimat vorgekommen. Und außerdem, in den 1920 iger Jahren des letzten Jahrhunderts, sei die Tante „im Dienst“ auf dem Schloss gewesen. Sie habe dort ein Wertgefühl mitgenommen und das Kochen habe sie auch gelernt, und zwar gut. Die „Tante-Anna-Suppe“ wird im Hause Bentele noch heute gereicht.

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Leserbrief an den GEA vom 08. Oktober 2016 von Helene Grabert, Engstingen

Zum Leserbrief vom 24.09. von Reiner Pfost:  Lasst die Räder auf den Bergen und die Vögel ziehen

Wo bleibt die Liebe zur Heimat?

Bei dieser Aussage vermisse ich die Achtung und Liebe für die Heimat. Tiere und Wald können sich nicht wehren. Gegen Propellerspitzen, die sich mit mehreren Hundert Km/h bewegen, haben Vögel keine Chance. Unser Kleinod Schloss Lichtenstein wird despektierlich als „alter Steinhaufen“ bezeichnet, der der Energiewende nicht im Weg stehen soll. Tausende Menschen aus In- und Ausland stehen staunend davor und beneiden uns. Insbesondere ausländische Gäste halten so eine Standortwahl für völlig absurd.

Der Ausdruck „Neinsagergesellschaft“ für Kritiker eines ungeeigneten Standorts ist leichtfertig. Vielleicht sollten wir viel mehr und viel früher „Nein“ sagen bei Dingen, die wir für verderblich halten.

Auf der Alb müssen wir uns nicht sagen lassen, wir seien bei regenerativen Energien nicht solidarisch. In Engstingen gibt es 4 Biogasanlagen und 2 riesige Photovoltaikfelder . Tübingen holt sich den Strom von der Engstinger- Haid, Windräder auf dem Österberg oder dem Kressbach sucht man aber vergebens. Sich Grüne nennen, aber die Last anderswo abladen, so sieht es doch aus. Und die, die dem blinden Fortschritt nachlaufen, klatschen Beifall.

Gott hat die Welt erschaffen. Hoffentlich gibt er den Verantwortlichen auch die Weisheit, sich richtig zu entscheiden.

Helene Grabert, Engstingen